Stellen Sie sich bewusst vor, wie die Situation aus der Sicht Ihres Gegenübers wirkt: Welche Befürchtungen treiben, welche Hoffnungen tragen, welche Werte stehen auf dem Spiel? Diese gedankliche Reise dämpft spontane Abwehr. Beginnen Sie mit kurzen, inneren Fragen, bevor Sie antworten. Notieren Sie nach Gesprächen, was überraschte. So wächst ein verlässliches Gefühl für Zwischentöne und Sie hören nicht nur Wörter, sondern auch die dahinterliegenden Bedürfnisse.
Wenn Menschen sich wirklich verstanden fühlen sollen, hilft eine klare, respektvolle Sprache für Emotionen. Sagen Sie etwa: „Ich höre Enttäuschung und Anspannung, weil das Ergebnis wichtig ist.“ So würdigen Sie die Erfahrung, ohne Diagnosen zu verteilen. Studien deuten darauf hin, dass präzises Benennen die Aktivierung senkt. Üben Sie mit Listen alltagstauglicher Gefühlswörter und überprüfen Sie Wirkung im Gespräch durch ehrliche, offene Rückfragen.